Keine neue Investitionsruine – Wir sind dafür zu sparen!

Reaktion auf die Entscheidung im Planungs- und Umweltausschuss der Stadt Bernburg zum Saaleausbau.

Wir brauchen keine neue Investruine und müssen sparen. Deshalb wollen wir nicht, dass der Elbe-Saale-Kanal gebaut wird!

Dafür gibt es viele Gründe: Die Umwelt würde beim Bau unnötig belastet, die Auswirkungen der Eingriffe in den Wasserhaushalt der mit Grundwasserproblemen belasteten Region sind schwer kalkulierbar, über 100 ha landwirtschaftlich genutzter Fläche würden unwiederbringlich vernichtet bzw. versiegelt, wertvoller Lebensraum in den Auengebieten würde geschädigt.

Bei der Prognose für die Wirtschaftlichkeit des Saaleausbaus muss immer die Elbe mit betrachtet werden. Die Saale wird zwar durch den Ausbau ganzjährig für Europaschiffe mit 2,50 m Tiefgang befahrbar, aber schon im Übergang auf die Elbe fehlt die weitere durchgängige Schiffbarkeit. “Dem Schiffsverkehr fehlt einfach das Wasser, um die Elbe wirtschaftlich nutzen zu können.”, so Jutta Röseler, Mitglied im Kreistag für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Mitglied im Aktionsbündnis Elbe-Saale.

Für eine wirtschaftliche Schiffbarkeit bedarf es mindestens einer Wassertiefe von 1,6 m, diese wird an der Elbe häufig unterschritten, wie die Zahlen aus dem Wasser- und Schiffahrtsdirektion (WSD) in Magdeburg beweisen. (http://vorort.bund.net/verkehr/presse/presse_18/files/313_fahrrinnentiefe_elbe.pdf)

Viele Wasserbauprojekte haben die Wirtschaftlichkeitsprognosen nicht erfüllt: Der Elbe-Seitenkanal, der Rhein-Main-Donau-Kanal, die Kanalbrücke in Magdeburg. Die tatsächlich transportierten Mengen sind stets unter den Erwartungen geblieben.

Auf der Saale sollen nach der Fertigstellung des Kanals 2,5Mio Tonnen Güter jährlich transportiert werden, das sind ca. 2,5 mal soviel wie zurzeit auf der Elbe, diese Aussage lässt sich aufgrund der Erfahrungen bezweifeln.

Die Kosten für den Bau des 150 Mio EUR teuren Kanals trägt zunächst der Bund, die dann über die Steuern jeden Bürger belasten. Die sinnvolle Alternative zu dieser unsinnigen Geldverschwendung ist schon jetzt – nicht nur in Niedrigwasserzeiten – der Transport auf der vorhandenen Schiene. Einen zusätzlichen, vom Steuerzahler subventionierten parallelen Transportweg auf den Flüssen können wir uns nicht leisten.

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