BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Aschersleben zur geplanten 450000 –Legehennen-Anlage in Ascherleben/Ortsteil Schackenthal

LOGOXXX - PressemitteilingEine derartig gigantische Anlage zur industriellen Massentierhaltung, wie sie jetzt am Rande unserer Stadt geplant ist, lehnen wir mit Nachdruck ab! Auch wenn eine Genehmigung nach Recht und Gesetz geprüft wird, heißt dies noch lange nicht, dass solche Auswüchse der „modernen“ Landwirtschaft für die Gesellschaft zuträglich oder gar erforderlich sind.

Arbeitsplätze werden hier nur wenige entstehen, dafür eine megagroße Anlage, in der 450000 Tiere auf engstem Raum gehalten werden, was nicht unerhebliche Auswirkungen haben wird für die Anwohner in Schackenthal und Bründel, an den Transportstrecken ringsum: Nicht nur Hühner und Eier müssen bewegt werden, auch viele Tonnen Trockenkot, Abfälle, tote Tiere (geplant werden 22500 Hühner „Verlust“). Wertsteigerungen für umliegende Grundstücke sind sicher nicht zu erwarten.

Automatisierte Mega-Ställe funktionieren fast ohne Arbeitskräfte und nur mit großen Mengen Antibiotika, um Tierkrankheiten zu vermindern. Dadurch verbreiten sich aus diesen Anlagen zunehmend multiresistente Keime, sogenannte MRSA und ESBL, die auf keine Antibiotika mehr reagieren und für Menschen lebensgefährlich werden. Mediziner warnen davor eindringlich.

Ein Bedarf für die Versorgung in Deutschland ist nicht erkennbar: Hier wird zu Lasten der Region ein Überangebot für Billigexporte geschaffen. Einige wenige Agrarunternehmer aus Schackenthal und Schleswig-Holstein, die 2010 mit Großanlagen in Güsten gescheitert sind, erhoffen nun hier Gewinn und dass die betroffenen Bürger stillhalten.

Bleibt zu hoffen, dass sich Anwohner und Betroffene sowie Naturschutzverbände im laufenden Genehmigungsverfahren zu Wort melden. Außerdem muss der Gesetzgeber Regelungen treffen, damit solche überdimensionierten Anlagen zur Massentierhaltung in Zukunft nicht mehr mit Steuergeldern subventioniert und damit auch wirtschaftlich uninteressant werden. Nur dann können kleinere Landwirtschaftbetriebe, mit mehr Einsatz an Arbeitskräften, wieder eine Chance erhalten.

 

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