Nein zur Gartenabfallverbrennung

Leserbrief zum Artikel vom 08.09.2007

„Verbrennen von Gartenabfällen ist eine Tradition, die sich bewährt

Gewohnheit ist nicht gleich Tradition

Es gibt nicht erst seit der durch das Landesamt für Umweltschutz durchgeführten Magdeburger Luftschadstoff Messung vom Oktober 2003 plausible und eindeutige Ergebnisse, dass die Gartenabfallverbrennung stark die Gesundheit gefährdet. Ich möchte hier gar nicht auf den zusätzlichen CO2Ausstoß eingehen viel mehr möchte ich, dass sich jede Befürworterin, jeder Befürworter, jede Zweiflerin und jeder Zweifler vor Augen führt, dass nachweislich durch das Landesamt für Umweltschutz bestätigt, die Krebserregende Feinstaubbelastung an einem „Brenntag“ bis zu 3mal höher ist als an einem normalen Tag. So ist in einem öffentlichen Fachkolloquium des Landesamtes für Umweltschutz vom 27.10.2005 unmissverständlich zu lesen: „Bei der Durchführung der Verbrennungen kommt es lokal/ regional zu hohen Schadstoffemissionen, die insbesondere an Tagen bzw. zu Zeiten bestehender austauscharmer Wetterlagen zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Luftqualität führen.“ Und weiterhin „Problematisch: unsachgemäße Verbrennung und Nutzung der Gartenfeuer zur Abfallentsorgung“ Nun kann jeder behaupten, ich verbrenne ja nur das im Artikel von Herrn Kleingarten Präsident Gerhard Kahle genannte „befallene und trockenes Material“ Wer glaubt, dass dies die Wirklichkeit ist läuft mit geschlossenen Augen durch die Welt oder meint wirklich die Kleingärten werden von Pilzkrankheiten nur so überrannt. Gut dass Herr Kahle darauf aufmerksam macht dass „in der Vergangenheit viel Schindluder getrieben worden sei“ dies wird sich nämlich auch in Zukunft nicht wesentlich ändern, denn wenn das Feuer im Garten erst mal brennt, kommt noch der nasse Laubberg hinzu und dort noch etwas frisch geschnittenes Strauchgut, so dass wir wieder beim gleichen Thema sind wie heute. Gartenabfallverbrennung kann nie komplett kontrolliert werden, deshalb ist es unerlässlich das Verbot auf den gesamten Salzlandkreis auszuweiten, und z.B. mit sog. „Braunen Tonnen“ Abhilfe zuschaffen. Ein positives Beispiel stellt hier auch die Kompostieranlage des Initiativkreises da welche Regen Zulauf erhält.

Das der FDP Kreischef Johann Hauser faktisch zwischen Menschen unterscheidet die im Kurkomplex Bad Salzelmen, und denen die im Altkreis Aschersleben- Staßfurt leben ist doch sehr interessant. seine erwähnte „Kokeltruppe“ verursacht in Schönebeck, Bernburg und auch in Aschersleben und Staßfurt genau den gleichen Schadstoffausstoß. Da ist es unerheblich ob ich nun durch zusätzlichen Feinstaub, Krebs in einem Kurgebiet bekommen habe oder in Staßfurt. Das dass Gegenseitige Miteinander und die Rücksichtnahme der Menschen seit der DDR abgenommen hat kann ich leider nicht Beurteilen aber in Anbetracht der Tatsache, dass es zu DDR Zeiten einen so hohen Schwefelgehalt in der Luft gab das zum Teil kaum Insekten leben konnten. Scheint mir der Vergleich dann doch etwas weit hergeholt. Heute ist die Bevölkerung zum Glück so sensibilisiert, dass sie auf die Rauchschwaden die an jedem Brenntag über uns schwebten reagiert und merkt, dass es so nicht weitergehen kann.
Die Gefahr der Verbreitung von Pilzkrankheiten ist sowohl in anderen Bundesländer als auch in anderen Sachsen- Anhaltinischen Landkreises längst durch zentrale Abholung und Verbrennung solch befallenem Brenngut geregelt.

Ich bin froh und hoffe, dass Herr Landrat Gerstner bei diesem Thema seine klare Meinung und Sachverstand beibehält und ein klares „Nein“ zur Verbrennung im gesamten Salzlandkreis durchsetzt. Wir alle müssen dazu beitragen, dass der laut 22. BImSchV ab 01.01.2005 geltenden Grenzwert: von 50 µg/m3 als Tagesmittelwert nur an 35 Tagen im Jahr überschritten werden darf ( bei Messungen an Brenntagen zum Teil bis zu 130 µg/m3) Für unser aller Gesundheit heißt es eingelaufene „Gewohnheiten“ zu brechen und für die eigene Gesundheit und für spätere Generationen auf die Verbrennung zu verzichten.
Wer nähere Information zu den genannten Studien sucht findet diese beim Landesamt für Umweltschutz Sachsen Anhalt und unter www.gruene-salzlandkreis.de

Traditionen sollte man pflegen und auch seinen Nachkommen weitergeben, da stimme ich voll und ganz zu. Jedoch sollte man klar zwischen Traditionen und „Gewohnheiten“ unterscheiden. Seit sich unser Altkreis Aschersleben- Staßfurt einen Sonderweg zur Verbrennung von Gartenabfällen beschritten hat, verfolge ich dieses Thema aufmerksam. Die neu aufkommende Diskussion erschreckt mich jetzt aber doch etwas.

 

Roman Binder
Kreisvorsitzender BÜNDNIS90/ DIE GRÜNEN Salzlandkreis

 

Messwert und Informationen gibt es auch hier:

Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterhttp://www.mu.sachsen-anhalt.de/lau/luesa/Berichte/Sonderberichte/Luftschadstoffe_Gartenabfall_MD.pdf

und hier
Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterhttp://www.mu.sachsen-anhalt.de/lau/luesa/

 

Deutlich ersichtlich die höhere Belastung durch Gartenabfallverbrennung

Quelle: Fachkolloqium des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen- Anhalt vom 27.10.2005

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